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Schlagwort: zigaretten

Snus, besser als Rauchen?

Snus, besser als Rauchen?

In den letzten Jahren hat sich die Raucherquote von 14-17 Jährigen verdoppelt, eine Zahl, die einige schockiert. Auch an unserer Schule stehen jeden Tag Gruppen von Schülern in einem Kreis und unterhalten sich über ihr Leben, während sie genüsslich eine Kippe rauchen. Auch Vapes bzw. E-Zigaretten sind sehr beliebt unter Jugendlichen an unserer Schule. All diese Leute verbindet eine Sache : Die Sucht nach Nikotin, einer der am abhängigsten machenden Stoffe der Welt.

Doch ein bestimmtes Nikotinprodukt hat sein letztem Jahr große Wellen geschlagen: Snus. Bekannt wurde es besonders letztes Jahr auf Tiktok, weil damals der sogenannte schwedische „Stockholm Style“ sein Unwesen trieb. Da Snus besonders in Schweden viel konsumiert wurde, wollten natürlich die Deutschen so nah an die „schwedische aesthetic“ kommen, wie nur möglich.

Der Begriff sagt vermutlich den meisten was und ist heutzutage relativ gängig. Für diejenigen, die absolut keine Ahnung haben : Bei Snus handelt es sich um ein raucherloses skandinavisches Tabakprodukt in Form eines Beutels, welches man sich unter die Oberlippe schiebt. Das Nikotin wird dabei, anders als bei Zigaretten, über die Mundschleimhäute aufgenommen. Auf den ersten Blick klingt das alles ja schön und gut, und ja, tatsächlich ist es verdammt gut. Aus der Sicht eines Nikotinabhängigen. Wenn man sich so vorstellt wie verdammt nervig Zigaretten eigentlich sind, ist Snus um Welten besser, besonders während der Schulzeit. Stelle man sich vor man sitzt in der Schule, erste Stunde, Klausur geschrieben, absolut keinen Bock mehr, am besten noch Schlafmangel und sonst welche Probleme. Was würde jetzt helfen? Na klar, eine Kippe. Aber wie? Pause ist um, Schule endet in 3 Stunden, und kein Lehrer lässt einen gehen, um eine rauchen zu dürfen.

Kann man es einem denn übel nehmen? Wer nikotinsüchtig ist, hat auch nur Nikotin als Stresslöser, zumindest als einfachsten. Nikotin nimmt einem nämlich ordentlich den Stress, zumindest denkt der eigene Körper das. Das ist ja auch schließlich das Prinzip einer Sucht. Man ist also so ziemlich „gearscht“!

Da kommt Snus ins Spiel, man holt sich einfach seine Snusdose raus, holt sich einen Beutel raus, macht sich kurz die Oberlippe trocken und klemmt sich ihn unter die Oberlippe. Innerhalb von Sekunden kommt der intensive Nikotinrausch und das in einer Dosierung, die eine reguläre Zigarette bei Weitem überbietet. Man kriegt also dasselbe Ergebnis wie bei einer Zigarette, nur ohne die Lungenschäden, ohne den Gestank, ohne das ständige Rausgehen und mit einem viel effektiveren Rausch. Wenn man das vergleicht, ist Snus, was Bequemlichkeit angeht, überlegen. Man schadet auch keinem anderen mit dem Konsum, da man keinen Dampf ausatmet, der übrigens auch sehr schädlich ist, und passives Rauchen verhindert. Ich will auch gar nicht sagen das Zigaretten Müll sind und Snus das beste Produkt auf der Welt, doch besonders in der Schule kann Snus für Nikotinsüchtige eine große Erleichterung sein und Ihnen eine Menge Hustle ersparen.

Der Gesundheitsaspekt

Gesundheitlich gesehen ist die Sache komplizierter, Snus ist natürlich um Welten gesünder. Das Zahnfleisch leidet natürlich mit der Zeit, aber besonders die Nikotindosierung ist mit Vorsicht zu genießen. Eine Zigarette hat zum Beispiel 10-12mg Nikotin, von dem aber nur 1-3mg vom Körper aufgenommen werden, während ein typisches Snus 20mg pro Beutel hat. Das bedeutet also, man nimmt fast das 20 Fache an Nikotin auf, da anders als bei der Zigarette, kein Nikotingehalt durch Verbrennung verloren geht. Das steigert die Sucht offensichtlich innerhalb kurzer Zeit extrem. Man wird so schnell mit Nikotin bombardiert, was auch nicht jeder verträgt. Beispielsweise erzählen viele, dass sie bei ihrem ersten Snus Übelkeit, Schwindel und sogar Brechreiz verspürten. Die hohe Nikotindosierung sorgt also auch, neben dem Gesundheitsaspekt,  für eine schnelle Abhängigkeit, wenn man sie nicht unter Kontrolle hält. Klar, unter Kontrolle halten ist leichter gesagt als getan, denn wie soll man sich bitte nicht alle 10 Minuten ein Snus drücken, wenn man für 3 Minuten pure Euphorie verspürt und dann komplett auf 0 zurück geht? Außerdem liegt die Dose immer in der Hosentasche und wartet gefühlt auf einen. Es ist nicht leicht sich unter Kontrolle zu haben, ich spreche aus Erfahrung, aber wenn man die Nikotindosierung konstant niedrig hält und nicht von velo (eher leichte Snusart) auf cuba black (eine der stärksten Snusarten) innerhalb eines Monats springt, kann man seine Sucht gut unter Kontrolle halten.