Lesung von Daniela Dröscher aus ihrem Roman „Lügen über meine Mutter“

Lesung von Daniela Dröscher aus ihrem Roman „Lügen über meine Mutter“

Im Rahmen der Reihe „Regensburg liest ein Buch“ trug Daniela Dröscher Passagen aus ihrem Roman „Lügen über meine Mutter“ vor.

Die Geschichte handelt von der Kindheit von Ela, die zwischen ihrem autoritären Vater und der übergewichtigen Mutter steht. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse F13G1 setzten zentrale Aspekte des Textes in Podcasts, Comics und Videos digital um. Dabei durfte auch eine etwas parodistische Version einer schnauzbärtigen Mutter nicht fehlen. Einige dieser Umsetzungen wurden gezeigt beziehungsweise vorgespielt, im Wechsel mit den Live-Darbietungen dreier Mitglieder der Poetry-Slam-Gruppe der Schule.Sie sind auch hier auf der Seite unter der Rubrik „Regensburg liest“ zu finden.

Die Slamerin Joelle Throm (F12S6) sowie Luca Jahnel (F12IW2) und Paul Lehmann (F13S1) der AG Poetry Slam setzten Themen des Romans wie Body Shaming in Verse und Reime um.

Die Aula war außerdem mit zahlreichen Werken aus dem Kunstunterricht von Frau Lang geschmückt. Die Schülerinnen und Schüler hatten Kinoplakate für eine Verfilmung entworfen und dabei ebenfalls einige Problemfelder des Romans verarbeitet. Die Autorin war von der Kreativität der Beiträge begeistert und lobte deren Gestaltung. Das anschließend gezeigte, brandneue & echte Plakat für die Verfilmung des Romans, die ab Herbst in die Kinos kommen soll, fiel gegen die Schülerbeispiele deutlich ab. Obwohl nur im Wahlpflichtfach zweistündig pro Woche angeboten konnte der Unterricht von Frau Lang offenbar dennoch zu Höchstleistungen motivieren!

Nils Hack, OstR

 

 

 

 

 

Hier eine Auswahl von Schülerplakaten:

Die Plakate stammen von Denisa Selagea F12G1, Karina Sattelmeier F12T4, Klara Pukler F12S1, Viktoria Kaiser F12S2, Michelle Ivakic F12S5 und Carolina Grünwald F12S6.

Scham – Das Gewicht der Blicke

Scham – Das Gewicht der Blicke

Das Gewicht der Blicke

Scham entsteht nicht im Inneren. Es entsteht durch Blicke der
anderen, lange bevor man selbst Worte finden kann. Das
Schamgefühl beschreibt, dass man von anderen gesehen wird.
Das schmerzhafte Bewusstsein, dass man in einer Welt, die
Unsichtbarkeit verlangt, sichtbar ist.
In meiner Kindheit war der Körper kein Zuhause, sondern eine
Art Oberfläche. Etwas, das beurteilt, verglichen und gemessen
wurde. Schönheit galt als Ordnung. Alles, was davon abwich
erschien als Fehler im System, eine Störung in einer Welt, die
nach makellosen Fassaden verlangte.

Scham ist leise und nistet sich dort ein, wo der fremde Blick irgendwann zum
eigenen wird. Man lernt, sich selbst zu betrachten, als wäre
man ein Objekt, das verbessert, korrigiert oder entschuldigt
werden muss. Der Körper wird zu einem Stigma. Nicht, weil er falsch ist, sondern weil er sichtbar ist. Scham wird nicht offen ausgesprochen, es zeigt sich in
Vergleichen, in beiläufigen Bemerkungen oder in einem
kurzen Zögern. Das Gefühl lebt von Nähe, es hat Gewicht und
man vertraut auf die doch so kritische Meinung anderer. Der
Vergleich mit dem scheinbaren Möglichen, ist das
Schmerzhafteste an der Scham. Es trennt den Menschen von
seinem Körper. Aus jedem Individuum wird eine Fassade
gemacht, an welcher ständig nachgebessert werden kann. Und
das wird es auch. Durch die Sichtbarkeit anderer, glaubt man
selbst verantwortlich zu sein für das, was andere empfinden.
Scham ist kein persönliches Versagen, sondern ein erlerntes
Gefühl. Es wächst durch die Geschichte und aus Bildern, die
bestimmen, wer dazugehören darf und wer nicht.

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Schamgefühl-Der Fleck

Schamgefühl-Der Fleck

Es passiert an der Bushaltestelle. Ein ganz normaler Montag sollte es heute sein, doch das ist schnell vorbei als ich ihn gesehen hab. In der Werbetafel an der Bushaltestelle habe ich mich gespiegelt, als er mir ins Auge sprang. Eine dunkle Stelle auf meinem Pullover knapp unterhalb meiner Brust. Ein Fleck. Nicht groß, aber deutlich genug, um nicht übersehen zu werden. Mein Magen zieht sich zusammen und auch mein Kopf wird feuerrot und fühlt sich kochend heiß ein. Ich ziehe den Stoff etwas nach unten, als ob es etwas bringen würde. Der Fleck bleibt. Wahrscheinlich war es Kaffee. Den hatte ich mir vorher ja unbedingt noch schnell beim Bäcker holen müssen, obwohl ich schon zu spät dran war. Natürlich war er noch zu heiß, um ihn schnell zu trinken, also hielt ich ihn nur in der Hand, als ich schnellen Schrittes zur Bushaltestelle eilte.

Der Bus kommt. Gott sei Dank, ich hatte ihn nicht schon wieder verpasst. Ich stieg ein und setzte mich auf den Platz genau hinter der zweiten Tür. Mein Lieblingsplatz. Doch leider bringt mir das heute auch nichts. Ich verschränkte die Arme vor der Brust, um so den Fleck zu kaschieren, leider ohne Erfolg. Ich spüre schon die Blicke der anderen Fahrgäste auf mir, alle haben ihn gesehen, da bin ich mir sicher. An der nächsten Haltestelle steigt eine Frau mittleren alters ein, welche sich für den Platz neben mir entscheidet. Als sie endlich sitzt, wirft sie einen Blick in meine Richtung. Oder schaut sie an mir vorbei? Ich weiß es nicht genau, aber mein Herz schlägt schneller. Sie hat ihn gesehen, ganz bestimmt.

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Snus, besser als Rauchen?

Snus, besser als Rauchen?

In den letzten Jahren hat sich die Raucherquote von 14-17 Jährigen verdoppelt, eine Zahl, die einige schockiert. Auch an unserer Schule stehen jeden Tag Gruppen von Schülern in einem Kreis und unterhalten sich über ihr Leben, während sie genüsslich eine Kippe rauchen. Auch Vapes bzw. E-Zigaretten sind sehr beliebt unter Jugendlichen an unserer Schule. All diese Leute verbindet eine Sache : Die Sucht nach Nikotin, einer der am abhängigsten machenden Stoffe der Welt.

Doch ein bestimmtes Nikotinprodukt hat sein letztem Jahr große Wellen geschlagen: Snus. Bekannt wurde es besonders letztes Jahr auf Tiktok, weil damals der sogenannte schwedische „Stockholm Style“ sein Unwesen trieb. Da Snus besonders in Schweden viel konsumiert wurde, wollten natürlich die Deutschen so nah an die „schwedische aesthetic“ kommen, wie nur möglich.

Der Begriff sagt vermutlich den meisten was und ist heutzutage relativ gängig. Für diejenigen, die absolut keine Ahnung haben : Bei Snus handelt es sich um ein raucherloses skandinavisches Tabakprodukt in Form eines Beutels, welches man sich unter die Oberlippe schiebt. Das Nikotin wird dabei, anders als bei Zigaretten, über die Mundschleimhäute aufgenommen. Auf den ersten Blick klingt das alles ja schön und gut, und ja, tatsächlich ist es verdammt gut. Aus der Sicht eines Nikotinabhängigen. Wenn man sich so vorstellt wie verdammt nervig Zigaretten eigentlich sind, ist Snus um Welten besser, besonders während der Schulzeit. Stelle man sich vor man sitzt in der Schule, erste Stunde, Klausur geschrieben, absolut keinen Bock mehr, am besten noch Schlafmangel und sonst welche Probleme. Was würde jetzt helfen? Na klar, eine Kippe. Aber wie? Pause ist um, Schule endet in 3 Stunden, und kein Lehrer lässt einen gehen, um eine rauchen zu dürfen.

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