Unternehmensportrait: Lohnen sich Online-Spiele für die Entwickler ?

Unternehmensportrait: Lohnen sich Online-Spiele für die Entwickler ?

Jeder hat schon einmal ein Online-Spiel gespielt, doch lohnt es sich überhaupt für die Entwickler?

Anscheinend schon, denn die Nutzer haben 2011 in Deutschland über 2 Milliarden Euro für Online-Games ausgegeben. Manche mag es verwundern, dass es circa 23 Millionen Spieler in Deutschland gibt, für Anbieter ist das kein Nischenmarkt mehr.1

Ein etablierter Anbieter für Online-Spiele ist die Cipsoft GmbH, die 2011 von vier Personen gegründet wurde. Schon zwei Jahre nach der Gründung erreichte das Unternehmen einen Umsatz von 816.000 Euro. –Weitere zwei Jahre später jedoch erzielte die Cipsoft GmbH Erlöse von 9,441 Millionen Euro mit 84 Mitarbeitern. Der größte Erfolg der Softwareschmiede ist das Online-Spiel Tibia, dieses in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt Spieler gegen andere Spieler oder gegen computergesteuerte Charaktere kämpfen lässt. Man kann es sogar kostenlos spielen. Wie erwirtschaftet die Cipsoft GmbH trotzdem einen Gewinn? Ihre Haupteinnahmequelle ist der Verkauf von Premium Accounts, mit denen man Zutritt zu Premium-Bereichen erhält, sowie neue Zaubersprüche benutzen und sich in verschiedene Städte teleportieren kann.2

Allerdings hat es auch Nachteile, dass der Markt für Online–Spiele schnell wächst, denn zum einen steigt der Wettbewerbsdruck, gerade für kleinere Unternehmen. Zum anderen wird es durch steigende Entwicklungs- und Personalkosten schwieriger für die Entwickler einen Gewinn zu erzielen.

Doch wieso wächst dieser Markt eigentlich so schnell? Einerseits liegt es an der stärkeren Verbreitung des Internets, da immer mehr Haushalte über einen Internetzugang verfügen. Andererseits ermöglichen Casual Games und Social Games, wie zum Beispiel Facebooks Farmville, mit dem mobilen Internet ein vernetztes Spielen überall und jederzeit.

Ein weiterer Entwickler von Online-Spielen ist die Bigpoint GmbH, die im Jahr 2002 von Heiko Hubertz gegründet wurde. Und schon im Jahr 2006 hatte die Bigpoint GmbH über eine Millionen Nutzer. 2010 agierte Bigpoint auch in Amerika und 2015 sogar in Asien. Außerdem beschäftigte Bigpoint im Jahr 2015 um die 500 Mitarbeiter und erzielte 2014 einen Gewinn von 66,8 Millionen Euro. Was war das Erfolgsrezept von Bigpoint? Es entwickelte Online-Spiele, wie zum Beispiel Farmerama und Drakensang Online. Diese Spiele kann man kostenlos spielen, so dass man auch hier skeptisch sein muss. Bei Drakensang Online ist die Haupteinnahmequelle hingegen eine Währung namens „Andermant“, welche nur schwer zu bekommen ist, außer man kauft diese Währung traditionell mit seiner Kreditkarte. Und bei Farmerama sind die Einnahmequellen eine Währung namens „Tulpgulden“, diese nur gekauft werden kann und mit der virtuell besondere Gegenstände oder Features erworben werden können. Oder man investiert in einen Premium Account.3

Viele Entwickler von Online-Spielen bieten ihre Spiele kostenlos an. Deren Marketing Strategie beruht darauf, dass in den Spielen immer mit Geld etwas gekauft werden kann. Auf den zweiten Blick lohnt es sich dann doch finanziell für die Anbieter mit sogar steigender Tendenz, da es immer mehr Nutzer von Online-Spielen gibt.

von Andreas Herrmann (F12W1)

1Vgl. Pricewaterhouse, Online-Spiele beflügeln das Wachstum

2Vgl. CipSoft, Infinite Evolution

3Vgl. Bigpoint, Unsere Mission

Foto: Pixabay

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