Griechische Mythologie

Griechische Mythologie

Von der Entstehung der Welt hat jede Religion ihre ganz eigene Vorstellung. Gott, der Sonne, Himmel, Erde und Menschen an sieben Tagen erschafft (Christentum), die Geschichte, wie Himmel und Erde getrennt werden und Leben daraus entsteht (Legende der Maori) oder auch wie die Götter Izanagi und Izanami vom Himmel herabsteigen und das Festland aus dem eiförmigen Chaos entstehen lassen (japanische Sage). Doch kaum eine dieser Geschichten ist so umfangreich und erfinderisch wie die griechische Mythologie.

Von l. nach r.: Aphrodite, Athena und Artemis (Quelle: Pixabay)

Eine Version der Legende von der Entstehung der Welt der Griechen erzählt von Gaia (die Erde), Tartarus (die Unterwelt), Eros (die Liebe), Erebos (die Finsternis) und Nyx (die Nacht). Aus diesen fünf Urgöttern entsteht dann eine gewaltige Masse an Göttern, Titanen, Riesen, Nymphen und allen sonstigen Gestalten der griechischen Mythologie. Auch die zwölf olympischen Götter entsprangen dieser Dynastie (Zeus, Hades, Poseidon, Hera, Aphrodite, Ares, Hermes, Apoll, Athene, Artemis, Hestia und Demeter).

 

Odysseus/ Quelle: Pixabay

Es gibt von so ziemlich jeder griechischen Legende mehrere Versionen. Die bekannteste aller Sagen ist wohl die Odysee, die es in geschriebener Fassung in jeder guten Buchhandlung zu kaufen gibt. Sie erzählt von Odysseus, der nach dem Ende des trojanischen Krieges nach Hause zurückkehren will. Da Poseidon jedoch wütend auf Odysseus ist, verdammt er diesen dazu jahrelang immer wieder irgendwo anders zu landen. Mal landet er bei der Zauberin Circe, die ihn gefangen hält, mal bei den einäugigen Cyklopen, die liebend gerne Menschen fressen und denen er nur knapp mit einer List entkommen kann. Währenddessen müssen seine wunderschöne Frau und sein Sohn sich die Freier vom Hals halten, die Odysseus´ Frau gerne für sich haben würden. (In der Fassung von Homer wird das Ganze natürlich sehr viel detaillierter und langwieriger erzählt, aber ich hab es hier mal aufs Kürzeste zusammen gefasst).

„Erheb sich nimmer ein Mann zu frevlem Hochmut, sondern still empfang er ein jedes Geschenk von den Göttern.“

 

Persephone (Göttin des Frühlings)/ Quelle: PIxabay

Eine ebenso bekannte Geschichte ist die von Persephone und Hades. Auch hier gibt es wieder sehr viele verschiedene Fassungen, die mal mehr und mal weniger brutal sind. Die harmloseste erzählt hierbei, dass Demeter, die Erdgöttin sich in Zeus, den Donnergott verliebt und mit ihm schläft. Da die Verhütungsmethoden der damaligen Zeit noch nicht so ausgereift waren wie heute, entstand aus dieser Verbindung natürlich ein Kind: Persephone. Es wird erzählt, dass sie sogar noch schöner als die Göttin der Liebe und der Schönheit (Aphrodite) sein soll. Und Hades (Gott der Unterwelt) verliebt sich in sie und nimmt sie mit in die Unterwelt, wo er ihr einen Garten errichtet. Sie heiratet ihn und wird die Königin der Unterwelt. Happy End? In ein paar brutaleren Versionen lässt Demeter das schöne Mädchen auf einem Feld liegen und Zeus, in der Gestalt einer Schlange vergewaltigt Persephone und Hades zwingt sie dazu mit ihm in der Unterwelt zu bleiben. In fast allen Versionen ist es so, dass Persephones Mutter, Demeter, die Göttin der Ernte wegen der Trauer, um ihre in die Unterwelt entführte Tochter, die Ernte der gesamten Welt verdorren lässt und ein eisiger Winter sich über das Land legt. Erst als Zeus und Poseidon Hades dazu überreden können, Persephone an sechs Monaten pro Jahr zu ihrer Mutter auf den Olymp zu lassen, wird der Winter auf ein halbes Jahr verkürzt. In der Zeit, in der Persephone bei Hades in der Unterwelt verweilt, herrscht auf der Erde Winter (und Herbst).

 

Die griechische Mythologie ist eine der interessantesten, vielseitigsten und kreativsten Mythologien der Antike. Bis zur heutigen Zeit finden sich in vielen literarischen Werken und auch in Fachkreisen der Psychologie Anspielungen auf die Kreaturen und Sagen des antiken Griechenland.

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