Ein Teil von mir – ein Teil von dir?

Ein Teil von mir – ein Teil von dir?

Organspendeausweis

Kommt Ihnen die Situation nicht bekannt vor?
Sie hatten mit Ihrem besten Freund einen Unfall.

In dem an einer Klippe vor sich hin schaukelnden Auto – knapp 100 m über den schäumenden Wogen des Meeres – führen Sie ein angeregtes Gespräch über die Frage:

„Sag mal, spendest du deine Organe?“

Sehr unwahrscheinlich. Vermutlich hatten Sie beide noch keinen Unfall und sind auch noch nie mit einem Auto an einem Felsgrat gestanden. Jedenfalls ist das zu hoffen. Darüber hinaus, dass Ihnen nichts Vergleichbares, wie den zwei Männern in dem Schweizer Werbeclip „Die Entscheidung“ in Zukunft passieren wird – bei rund 2.637.547 Verkehrsunfällen jährlich.

Auch wenn das Video etwas skurril wirken mag, befasst es sich mit einer Thematik, die in unserer Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Die Organspende als lebensrettende Maßnahme

Medizinstudent mit Torso

Mit dem Anliegen, viele junge Leute auf dieses Thema aufmerksam zu machen, sind am 20.02.2018 einige Medizinstudenten zu uns an die FOSBOS Regensburg gekommen.

Auf neutrale, aber interessante Weise haben sie dem für einige unbekannten Gegenstand der Medizin eine neue Sichtweise verliehen. Schritt für Schritt stellten die angehenden Mediziner den Ablauf der Organspende vor, veranschaulichten Sachverhalte, Begrifflichkeiten und beantworteten Fragen – sofort und präzise.

Der Fall „Paul“ diente hierbei als Veranschaulichung des Gesagten und verdeutlichte die genannten Fakten. Besonders intensiv wurde auf die Hirndiagnostik eingegangen. Der Begriff „Hirntod“ bzw. im Fachjargon „irreversibler Hirnfunktionsausfall“ ist Voraussetzung für eine Organspende. Ein Kontrollverfahren der Ärzte, die Überprüfung der Pupillenmotorik, durften die Schüler zu dieser Gelegenheit gleich einmal selber ausprobieren.

Schülerinnen testen ihre Pupillenmotorik

Das Wechselspiel aus purer Materie und Anwendung war sehr aufschlussreich.  Auch der gesellschaftliche Umgang mit dem Thema und weiteren relevanten Inhalten über das Transplantationsverfahren wurde anhand passender Grafiken und Bilder besprochen. Die drei Referenten haben sich in ihrer Vortragsweise gegenseitig gut ergänzt, ihr Vortrag ist von den Schülern der 12. Jahrgangsstufe sehr positiv bewertet worden.

Am Ende durfte sich schließlich jeder einen Organspendeausweis mitnehmen. Der Besitz dieses Kärtchens wurde den Schülern sehr ans Herz gelegt, da man damit der Spende zustimmen, aber auch ablehnen kann. Es dient allein zur Feststellung des Willens einer Person.

Treffen Sie eine Entscheidung!

Wie auch die Schweizer Kampagne mit ihrem Video beabsichtigte, so wollen auch hierzulande die Mediziner auf das Thema vermehrt aufmerksam machen. Die Botschaft lautet in beiden Fällen: „Treffen Sie eine Entscheidung!“ Denn obgleich Sie sich für oder gegen eine Organspende aussprechen, das „Setzen eines Kreuzes“ ist in beiden Fällen entscheidend. Und dies nicht erst, wenn man an der Klippe steht!

Carmen Helm, F12S3

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